Bio, logisch!


Landwirtschaft sollte wieder den ProduzentInnen und KonsumentInnen nutzen und auf lokaler Ebene verbinden. Das gelingt nur, wenn auch der Handel endlich nachhaltig wird.

Nachhaltig produzierte Lebensmittel, ein vorbildlicher Tierschutz und die Stärkung regionaler, saisonaler Produkte: Das ist der Weg den die Schweizer Landwirtschaft gehen soll. In Sachen billig hat sie gegen die europäische Konkurrenz ohne massive Subventionen sowieso keine Chance. Zur Agrarwende ist es aber auch unabdingbar, umweltschädliche Fehlanreize und Subventionen zu beseitigen.

Eine grüne Agrarpolitik soll den nachkommenden Generationen gesunde Böden und Tiere weitergeben. Dazu gehören auch kleinbäuerliche Landwirtschaftsstrukturen und die direkten Vermarktungskanäle zwischen LandwirtInnen und KonsumentInnen.

In der Agrarpolitik 2022-2026 soll die pauschale Einkommensstützung mit weiter abgebaut werden. Die staatlichen Abgeltungen sollen gezielt für die nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln, für ökologische und gemeinwirtschaftliche Leistungen, für die Pflege der Kulturlandschaft und einen verstärkten Tierschutz eingesetzt werden. Die Umweltbelastung soll durch eine biologische Landwirtschaft, technische Innovationen und Lenkungsabgaben auf umweltschädliche Hilfsstoffe wie Pestizide verringert werden.

Klimakiller: Import

Rindfleisch aus Argentinien, Futtermittel aus Brasilien, Palmöl aus Indonesien: der globale Handel hat jegliche Schranken verloren, wie das neue Mercosur-Abkommen zeigt. Freihandel zwischen den Ländern ist zwar begrüssenswert, es braucht aber ökologische und soziale Rahmenbedingungen. Denn der Markt reguliert das nicht alleine, schon nur weil die Biosphäre an sich keinen ökonomischen Wert hat.

Die Devise muss deshalb lauten Nachhaltiger Handel statt Freihandel: Lokale, nachhaltige Agrarmärkte sollen vor Dumpingkonkurrenz und zerstörerischen Freihandelsabkommen geschützt werden, und hier und in den Ländern des Südens. Der Bundesrat muss dazu endlich den Verfassungsauftrag für nachhaltigen Handel in der Land- und Ernährungswirtschaft umsetzen und die bestehenden Handelsinstrumente für die Nachhaltigkeit nutzen.