Schluss mit Toleranz: Akzeptanz!


Alle sollen sich in der Gemeinschaft nach ihren Möglichkeiten einbringen können. Die Schweiz braucht eine gesellschaftliche Erneuerung.

Die Respektierung der Menschenrechte und der Schutz von Minderheiten ist ein Grundpfeiler für die Demokratie. Niemand soll aufgrund von Herkunft, Alter, Religion, Geschlecht, Lebensform, sexueller Orientierung, körperlichen und geistigen Einschränkungen oder Sprache diskriminiert und ausgegrenzt werden.

Bereits vor 20 Jahren haben die Grünen im Parlament die Ehe für alle gefordert. Der Vorstoss fand damals keine Mehrheit, hat aber den Weg für die eingetragene Partnerschaft geebnet. Nun ist es höchste Zeit für den nächsten Schritt. Gleichstellung, Vielfalt und gegenseitiger Respekt die Richtschnur für ein gutes Zusammenleben sind. Wir wollen eine Gesellschaft, in der alle einen Platz haben und das Zusammenleben mitgestalten können.

Für eine moderne Bürgerschaft

Oft wird in diesem Kontext von Toleranz gesprochen. Diese ist schön und gut, ist aber der alten Idee einer Leitkultur verpflichtet. Es braucht deshalb Akzeptanz, denn diese setzt im Gegensatz zur Toleranz auch ein Verstehen des anderen voraus und erleichtert die Integration. Ein erster Schritt wäre aus meiner Sicht hier die Einführung von ius soli:

  1. Wer hier geboren ist, soll mitbestimmen können.
  2. Wer hier wohnt, erhält das aktive kommunale Wahl- und Abstimmungsrecht.
  3. Wer einen freiwilligen Dienst an der Gesellschaft leistet, steuern zahlt oder Militär- oder Zivildienst leisten möchte, kann das Bürgerrecht erwerben.

Privates ist privat

Ein Staat sollte Rahmenbedingungen für eine möglichst freie, gleiche und solidarische Entfaltung seiner Mitglieder schaffen, wie sie ihr Privates mit Leben füllen, sei allen selbst überlassen. Deswegen sollte die Ehe vollumfänglich für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden und diese im Adoptionsverfahren und in der Fortpflanzungsmedizin gleichgestellt werden.