Bauen wir uns die Welt, wie’s auch der Natur gefällt


Die unökologische Raumplanung hat in den letzten zwanzig Jahren in der Schweiz viel Grün gekostet. Es ist deshalb Zeit für eine bessere Planung unserer Siedlungen und einen Ausbau der Grünräume.

Die Schweiz wurde in den letzten Jahren zugebaut und Grünflächen verschwanden unter Strassen, Einkaufszentren, Parkplätzen und Gebäuden. Täglich gehen etwa elf Hektaren Kulturland verloren. Darum brauchen wir eine Raumplanung, welche die Flächen effizient nutzt und nicht nur auf Einfamilienhaus-Landschaften setzt, wie dies vor allem im Mittelland und um die Grossstädte geschah.

Um die Zersiedelung zu stoppen, muss zunächst einmal der inzwischen knappe Boden besser geschützt werden. Um den Rückgang der Artenvielfalt zu realisieren, braucht es aber nicht nur Rückzugsräume, sondern auch Korridore zwischen den Naturräumen. Die Städte und Agglomerationen könnten mit einer kompakten, familien- und generationenfreundlichen Siedlungsentwicklung sogar zu echten Motoren der Dekarbonisierung werden: Indem sie kurze Wege fördern, gut ans ÖV-Netz angeschlossen sind und darüber hinaus auch energieeffizienter mit Wärme oder Kühlung zu versorgen wären. Die nächste Etappe der Revision des Raumplanungsgesetzes kommt, diese muss grün geprägt sein.

Grüne Inseln statt geteerte Flächen

Grünflächen, Freiräume und urbane Gartenareale in Städten und Agglomerationen dürfen nicht nur erhalten, sondern sollen auch vergrössert werden. Dies unter anderem auch, um sich an die Klimaerwärmung anzupassen und die Hitze in den Städten zu dämmen. Es braucht daher ein Entsiegelungs- und Begrünungskonzept für die bebauten Zonen.

Zudem muss der Kulturlandschutz gestärkt, die Bodenqualität verbessert, Bauland und Nichtbauland getrennt werden. Das Bauen ausserhalb der Bauzone soll im zweiten Teil der Revision des Raumplanungsgesetzes eingeschränkt werden.

Schliesslich muss auch einerseits das Know-How über Bau-Qualität und Bau-Kultur für verdichtetes Bauen in der Fachausbildung und bei den zuständigen Gemeindebehörden ausgebaut werden. Ein besonderes Gewicht soll dabei auch auf das Wissen über den einheimischen Baustoff Holz gelegt werden. Andererseits sollte die Bundesunterstützung für Modellvorhaben zur nachhaltigen Raumentwicklung und für nachhaltige Quartiere weitergeführt werden. Gefördert werden sollen innovative Ansätze für die Siedlungsentwicklung nach innen, die Freiraumentwicklung in den Agglomerationen, die Förderung von preisgünstigem, sozial durchmischtem Wohnraum und von Ökoquartieren.