Ladenöffnungszeiten: Als ehemaliger Verkäufer stimme ich nein


Länger einkaufen, klingt erstmal nett: dies ist aber vor allem für das Personal schädlich.

Zur Finanzierung meines Studiums arbeitete ich im Detailhandel. In dieser Branche ist hautnah erlebbar, was passiert, wenn es keinen Gesamtarbeitsvertrag und eine geringe gewerkschaftliche Verankerung gibt. Abgesehen von den zum Teil bescheidenen Löhnen hat sich auch ein System der Selbstausbeutung etabliert. Aber darum geht es eigentlich gar nicht: neu sollen die Läden am Samstag bis 20 Uhr offen haben dürfen. Mit diesen zwei lächerlichen Stunden sollen die Probleme des Detailhandels gelöst werden. Selbst wenn das so wäre, die Angestellten werden in jedem Fall den Preis dafür zahlen.

Als vor einer Dekade die Öffnungszeiten auf 20 Uhr unter der Woche und 18 Uhr am Samstag ausgeweitet wurden, hatte das für die VerkäuferInnen meist folgende Konsequenzen:

  1. Das System begünstigt (vor allem für Angestellte mit langem Arbeitsweg) Schichten von 7 bis 20 Uhr. Trotz langer Mittagspausen waren dies oft 11 Stundenschichten.
  2. Statt ausgebildetem Fachpersonal wird vermehrt auf StundenlöhnerInnen gesetzt, die variabel einsetzbar sind und (wegen der nicht hohen Löhne) jede Arbeitsstunde brauchen.
  3. Um wegen der zusätzlichen Verkaufsstunden nicht mehr Lohnausgaben zu haben, muss eine Person mehr Fläche und Produkte betreuen und Arbeiten (wie etwa Aufbau, Befüllen oder Reinigung) gleichzeitig mit der Betreuung von KundInnen vornehmen.

Alles in allem ist dies nicht nur unfair, sondern auch für die KundInnen kein Gewinn.

Meine weiteren Parolen in Kürze:

  • Nein zur Selbstbestimmungsinitiative: Nicht einmal Trump hätte eine derart unausgegorene Initiative zustande gebracht. Falls Du noch Argumente dagegen brauchst, erklärt es hier foraus.
  • Nein zur Grundlage zur Überwachung von Versicherten: Überwachen soll die Polizei und nicht irgendwelche DetektivInnen, bei welchen die Ausbildung völlig unklar ist und die ArbeitgeberInnen (Versicherungen) nur ein Interesse kennen: Kosten sparen.
  • Ja zur Hornkuh-Initiative: Wer sich die Mühe macht, behornte Kühe zu halten, soll dafür eine Entschädigung erhalten. Denn Hörner sind für Kühe wie Hände für Menschen: unersetzlich.
  • Ja zu VoltaNord: what else?